Wichmann von Arnstein. Vom Magdeburger Stiftspropst zum dominikanischen Mystiker

Vortragsabend des Diözesangeschichtsvereins am 22. Januar in HF

Wir schauen auf einen mittelalterlichen Kleriker mit einer erstaunlichen „Karriere nach unten“: Wichmann von Arnstein (ca. 1185-1270) – seinen Namen trägt das Jahrbuch des Diözesangeschichtsvereins.

Der aus einer edelfreien Familie stammende Wichmann wurde schon als Kind in das hoch angesehene Prämonstratenserstift Unserer Lieben Frauen in Magdeburg gegeben. 18 Jahre bestimmte er als Propst dessen Geschicke. 1221 wurde er zum Bischof von Brandenburg gewählt, kam aber bei der zwiespältigen Wahl nicht durch. Der Erzbischof schickte ihn nach Paris, um Brüder des neuen Predigerordens für Magdeburg zu werben. Der Eindruck dieser ersten Dominikaner muss auf Wichmann so stark gewesen sein, dass er sein Amt aufgab und sich selbst den Predigerbrüdern anschloss.

Als sein Bruder Gebhard im Ruppiner Land eine Herrschaft aufrichtete und die Stadt Neuruppin gründete, fiel Wichmann die Aufgabe zu, dort ein Dominikanerkloster aufzubauen und zu leiten. Einige seiner Briefe sind erhalten. Sie zeigen, dass er mit religiösen Frauenkreisen in Verbindung stand; möglicherweise war er der erste Seelsorger der Mystikerin Mechthild von Magdeburg. Die Briefe sind erfüllt von der demütigen Haltung der Seele, die um den Abgrund ihrer Nichtigkeit weiß und nichts mehr für sich begehren will.

Früh wurde Wichmann als Heiliger verehrt. Sein Ruf als Wundertäter lebte in der örtlichen Sage weiter.

Herzliche Einladung zum Vortragsabend des Diözesangeschichtsvereins!

Referent Pfarrer Dr. Michael Höhle
Wann? Dienstag, 22. Januar 2019, 19.30 Uhr
Wo? Pfarrsaal Heilige Familie