Kirchengebäude Heilige Familie


Ansicht der Pfarrkirche Hl Familie, Berlin Prenzlauer Berg


Sie sehen die "Friedensgedächtniskirche der Heiligen Familie". Sie
wurde 1929/30 von Diözesanbaurat Kühn für unsere seit 1904
bestehende katholische Gemeinde erbaut. Hier ist der Ort, an dem
sich die Gläubigen zum Gebet und zum Gottesdienst versammeln.
Von daher erhalten auch Einrichtung und Ausstattung ihre
Bedeutung.

Mitten im Raum steht das Kreuz - ein Pfahl mit dem aus Leiden und
Tod auferweckten Jesus Christus. Seine weit ausgebreiteten Arme
laden ein: "Kommt alle zu mir, ich werde euch Ruhe verschaffen"
(Mt 11,28). Der Pfahl ist rot wie Blut. Christi Blut tränkt die Erde - ein
Zeichen der sich uns verschenkenden Liebe Gottes.

Vor dem Kreuz steht der quadratische Altar. Es ist der Tisch für die
Feier der Eucharistie. Dabei danken wir Gott für Tod und
Auferweckung Jesu Christi und werden zur Teilhabe im Heiligen
Mahl eingeladen.

Rechts neben dem Altar steht der Ambo, das Lesepult. Von hier
wird die gute Nachricht unserer Erlösung immer wieder verkündet.
Die Bibel hat hier ihren Platz.

Links neben der Altarinsel befindet sich der Taufbrunnen. Wer glaubt
und sich taufen läßt, gehört zur Kirche. Er tritt ein in eine tiefe
Gemeinschaft mit Jesus Christus und allen anderen Christen.

Kreuz, Altar, Ambo und Taufbrunnen wurden 1992/93 von Bildhauer
Friedrich Koller, Laufen (Obb.), geschaffen.

Dies ist also das Zentrum des Kirchenraumes und zentraler Ort des Gottesdienstes.

Weitere Zeichen, Bilder und Statuen umgeben die versammelte
Gemeinde. Alle weisen sie hin auf Gottes Wirken für uns. Im
Scheitelpunkt des Kirchenraumes steht der ehemalige Hochaltar.
Die Retabel (Altarrückwand) zeigt in der Mitte Gott Vater und den
Heiligen Geist in Gestalt einer Taube, von der aus sich Strahlen auf
die Erde ergießen; auf ihr steht der Gottessohn Jesus Christus als
Kind. Ihm zur Seite stehen Maria, seine Mutter, und Josef - die
Heilige Familie als Patron der Kirche. Links außen ist der König
David dargestellt, ein Vorbild für den König Jesus Christus, rechts
der Prophet Jesaja, der den Immanuel (=Gott mit uns) vorausgesagt
hat. In der Mitte der Altarrückwand ist der Tabernakel, ein
Schränkchen, in dem das eucharistische Brot aus der
Eucharistiefeier aufbewahrt wird. Das darauf stehende rote, immer
brennende Licht weist die Besucher hin auf die Gegenwart Jesu
Christi im Zeichen des Brotes.

Links und rechts neben dem Altarraum stehen die Standbilder von
Maria und Josef. An den Außenwänden des Kirchenraumes, rechts
vorn beginnend, sind vierzehn Bronzetafeln mit der Darstellung des
Leidensweges Jesu eingelassen: der Kreuzweg (geschaffen von
Dorls, 1934). Links zwischen den ersten beiden Seitenpfeilern
befindet sich die Kanzel, geschmückt mit den Symbolen der vier
Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Heute wird
die Kanzel nicht mehr benutzt; die Predigt wird am Ambo gehalten.

Hinten in der Kirche ist in einer Nische die
Friedensgedächtniskapelle. Seit 1981 steht dort eine Pieta, die
Kopie eines spätgotischen Kunstwerks (Original in Bergheim bei
Köln). Das Leid der Mutter Jesu, die ihren toten Sohn auf dem Schoß
hält, weist hin auf das unermeßliche Leiden, das in den Kriegen über
die Mütter gekommen ist. Dies rührt an den Sinn des Titels
"Friedensgedächtniskirche": Es sollte in der Hauptstadt Berlin einen
Ort geben, der an die sinnlosen Opfer der Kriege erinnert und zum
Handeln für eine Welt des Friedens und zum Gebet für die
Gefallenen aufruft.

Auf der Empore steht die neue Orgel, die 1998 von der Firma
Kircher, Heidelberg, aufgestellt wurde. Sie dient dem Gesang der
Gemeinde und trägt bei zum festlichen Gottesdienst.

Die Pfarrkiche Heilige Familie hat einen außergewöhnlich wuchtigen
Turm, den "betenden Riesen am Humannplatz". Vier Glocken im
Turm läuten zum Gottesdienst und täglich jeweils um 12 Uhr und
18 Uhr zum Gebet des "Angelus" (Engel des Herrn), einem alten
Gebet, das die Menschwerdung Gottes in Erinnerung ruft.

Eine Kirche ist gebaut für Menschen, die sich zum Gottesdienst
versammeln. Erst wenn die Gemeinde feiert, wird die ganze
Schönheit und Festlichkeit des Raumes erfahrbar. Der noch leere
Raum mit seinen vielen Zeichen kann die Sehnsucht nach solcher
Fülle wecken: "Sucht den Herrn, solange er sich finden läßt, ruft ihn
an, solange er nahe ist" (Jes 55,6).

Dezember 1998
Konrad Janiszewski
ehem. Pfarrer von Heilige Familie



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