Gedanken zum Monat

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gäste,

in Martin Bubers „Erzählungen der Chassidim“ geht der Rabbi von Berditschew über den Markt. Er spricht einen Bekannten an, der so sehr in seine Geschäfte vertieft ist, dass er nicht einmal aufblickt. Der Rabbi fragt ihn: „Wie geht es dir? Was machst du?“ – „Rabbi, du siehst doch, ich bin beschäftigt!“ – „Aber was machst du da?“ – „Rabbi, halte mich nicht auf! Siehst du nicht, dass ich zu tun habe!“ Der Rabbi antwortet: „Natürlich sehe ich die Arbeit. Aber du selber, was tust du? Alles, um was du dich sorgst, ist in der Hand Gottes. In deiner Hand ist allein, ob du Gott fürchtest!

Das ist ein tiefer Satz: Alles, um was du dich sorgst, ist in der Hand Gottes. Natürlich müssen wir unsere „Geschäfte“, unsere Aufgaben tun, aber wir sollen uns nicht täuschen: Nichts davon haben wir wirklich im Griff. Wir können unser Leben, unser Glück nicht machen. „Aber in deiner Hand ist es, ob du Gott bei dir einlässt, ob du seine Stimme hörst, ihn suchst und dich von ihm beschenken lässt. Und dies gilt auch dann, wenn nichts nach deinen Wünschen geht!“

Auch in den Heiligen 40 Tagen vor dem Osterfest, die wir mit dem Aschermittwoch beginnen, müssen unsere Aufgaben getan werden. Aber wir wollen das Augenmerk auf das legen, was in unserer Hand ist. Mindestens genauso wichtig wie das Was unseres Tuns ist die Frage „Wie?“ In welcher Haltung tue ich das, was ich tue? Lasse ich Gott hinein? Suche ich ihn? Findet er Platz in dem, was ich tue? Lasse ich mich von ihm tragen?

Er ist der nahe Gott, der die Begegnung sucht. In unserer Gemeinde laden wir in der Fastenzeit ein, vier Wochen lang miteinander einen Glaubens-weg zu gehen: Wer es in den vergangenen Jahren miterlebt hat, weiß, welch ein Gewinn dies ist.

Diesmal heißt das Thema Jesuskontakt – Es bedeutet, jeden Tag mit Jesus bewusst in Kontakt zu kommen, sich von seinem Wort berühren zu lassen, sich in die Begegnungsgeschichten des Evangeliums hineinzuversetzen. An fünf Freitagabenden ab 15. März treffen wir uns um 19.45 Uhr im Pfarrsaal Heilige Familie und haben die Möglichkeit, miteinander zu hören, zu schweigen, zu beten und uns zu begegnen. Lassen Sie sich herzlich einladen!

Gemeinsam mit den Mitarbeitern grüßt Sie

Ihr Pfarrer Dr. Michael Höhle