Gedanken zum Monat

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Gäste,

„Was hält uns zusammen?“, wird das Leitwort beim Ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag sein. Gute Frage! Manchmal komme ich in einen Kreis von Menschen und verspüre ein Unbehagen: Was habe ich mit diesen Menschen zu tun?! Sie sind mir fremd. Jedenfalls zunächst. Manchmal geschieht es jedoch, dass das Eis auftaut und ich erfahre: Es gibt viel mehr, was uns verbindet. Wichtige Freundschaften sind schon auf diese Weise entstanden: zunächst Fremdheit, Misstrauen - dann Kennen- und Erkennenlernen, Miteinander.

Am 5. Mai feiern 27 Kinder unserer Gemeinde ihre Erstkommunion. Was hält sie und alle, die mit ihnen sind, zusammen? Dass wir alle unsere Hände öffnen! Eine einfache Geste, die so viel sagt: Wir sind alle Empfangende; wir leben davon, dass Gott sich schenkt. Keiner hat seine Liebe verdient, aber wir empfangen sie – ganz ausdrücklich mit jedem Stück des Heiligen Brotes. Und wir leben davon, dass wir immer wieder beschenkt werden. Wir wünschen den Kindern, die Jesus zum ersten Mal in der Heiligen Kommunion empfangen, dass ihr Herz aufgeht: Gott meint mich und dich! Ich bin nicht allein, weil er Gemeinschaft schenkt. Er hält uns zusammen.

Am 26. Mai feiern wir das Fest der Heiligen Firmung. Für Jugendliche ist es gar nicht immer leicht, Gemeinschaft zu finden und Freundschaften zu schließen, die sie stärken und weiterbringen. Wir wünschen ihnen die Erfahrung, dass Gottes Geist in ihrer Sehnsucht wohnt, dass er stärker ist als alle Trennungen und Menschen verbindet. Wir wünschen ihnen die Erfahrung, dass die Kirche ein Ort ist, wo jede, jeder da sein darf, wo wir geben und nehmen.

„Zieh den Kreis nicht zu klein“, heißt es in einem Lied – höchst aktuell: Eine Gemeinschaft ist etwas anderes als eine Kuschelecke. Gottes Geist ruft uns heraus aus Selbstgenügsamkeit und Enge. Er hat an Pfingsten die verschlossenen Türen geöffnet. „DU machst den Unterschied“, steht auf diesem Pfarrbriefmantel. Das bedeutet, Du bist einmalig, du hast etwas zu geben, du darfst nicht fehlen, wo du gebraucht wirst. Auf dich und deine Sehnsucht nach Gott, nach seiner Liebe und seinem Frieden kommt es an.Gemeinsam mit den Mitarbeitern grüßt Sie  

Ihr Pfarrer Dr. Michael Höhle